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Falschaussage: Flüchtlinge bekommen mehr als Hartz IV-Empfänger!

Dieser Artikel ist in der Ausgabe Juni 2019 zu finden.

Wilde Fantasien kursieren in Deutschland darüber, was die Flüchtlinge alles extra bekommen. Anfang 2016 war von Gutscheinen für Mobiltelefone vom Sozialamt Chemnitz die Rede. Dieser Fake ist ein Beweis dafür, wie oft mittlerweile Gerüchte zu Wahrheiten werden.

Wahr ist, dass SGB-II-Leistungen (auch Hartz IV genannt) für eine erwachsene Person, die allein lebt, in Höhe von 424 Euro gezahlt werden. Ein Mensch, der Asylbewerberleistungen empfängt, erhält dagegen 354 Euro in den ersten fünfzehn Monaten in Deutschland. De facto liegt dieser Betrag also 70 Euro unter dem Regelsatz für Hartz IV. Seit dem 01.01.2017 erfolgt auch eine Berechnung für den Deutschkurs, dessen Kosten dann von den Leistungen abgezogen werden. Weiter gibt es die Möglichkeit die Leistungen auf 150 Euro pro Monat zu kürzen. Zum Beispiel wenn sich die Person weigert eine bestimmte Flüchtlingsintegrations-Maßnahme auszuüben. Für diese bekommen Asylbewerber*innen pro Stunde 80 Cent – im Gegensatz zu SGB II-Empfängern, welche 2 Euro in Chemnitz in den Arbeitsgelegenheiten erhalten.

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