Faktenordner: Flüchtlinge wollen doch gar nicht arbeiten!

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Dieser Artikel ist in der Juli-Ausgabe zu finden.

Tatsächlich ist eine der ersten Fragen der meisten Geflüchteten: „Wo finde ich Arbeit?“Die Empfehlung zunächst den Deutsch-Kurs zu beenden, wird so manches Mal ignoriert, um z.B. über eine Zeitarbeitsfirma schnell Geld zu verdienen. Die Dringlichkeit schnell in Arbeit zu gelangen hat unterschiedliche Ursachen. So können durch die Flucht hohe Schulden entstanden sein oder die Familie im Ausland benötigt dringend Hilfe.

Menschen aus Ländern wie bspw. Pakistan oder Indien haben eine hohe Ablehnungsquote im Asylverfahren. Diese Menschen sehen ihre Chance eines längeren Aufenthalts in Deutschland nur über eine Arbeit möglich. Die geplante Beschäftigungsduldung gibt diesen Menschen eine weitere Chance.

Leider verweigern Ausländerbehörden Menschen mit einer Duldung oftmals eine Arbeitsgenehmigung. Die Betroffenen haben dann weder eine Chance einen Deutschkurs zu besuchen, noch dürfen sie arbeiten. Obwohl ein Angebot vorliegt und der Arbeitgeber gerne einstellen würde.

Neben der fehlenden Genehmigung gibt es weitere Hindernisse für Zuwanderer, die eine Arbeit suchen. Fehlende Sprachkenntnisse sind hier häufig der Grund, aber auch die große Skepsis einiger Betriebe gegenüber Geflüchteten. Weiter entsprechen die Qualifikationen nicht immer den deutschen Anforderungen oder bestehende Abschlüsse werden nicht anerkannt, weil Nachweise fehlen.  Dennoch waren laut Bundesagentur für Arbeit im Oktober 2018 bereits knapp 300.000 Geflüchtete in Arbeit. Es wird also deutlich, dass Geflüchtete in der Mehrheit arbeiten wollen. Leider ist ihnen das nicht immer möglich, oft bestehen Hindernisse auf die sie keinen Einfluss haben.

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