„Lasst sie ihren Traum erfüllen“

Trotz einiger Hindernisse fand am 2. November in München das zweite Mal ein Festival erfolgreicher und kreativer arabischer Frauen statt. Um mehr über das Programm und die Ziele der Veranstaltung zu erfahren, trafen wir uns mit Manal Jabreen, die einen kleinen Verein für arabische Unternehmerinnen in Deutschland gründete.

Die Idee zu diesem Artikel kam, als ich zu Hause mit dem Kerzengießen begann und niemanden fand, der mir dabei half. Ich fand eine Facebook-Seite (www.fb.com/mascharee3) auf Arabisch, welche Frauen, die kleine Projekte starten wollen, unterstützt. Diese Seite gab vielen Frauen Mut eigene Fähigkeiten zu fördern. Mittlerweile hat sie zweitausend Follower aus verschiedenen Ländern der Welt. Insbesondere aus Deutschland, haben arabische Frauen ihre Talente oder Handarbeiten auf Facebook präsentiert.

In dieser Online-Community wurde auch die Aktion #meinTalent ins Leben gerufen. Der Wettbewerb ermutigte viele Frauen selbstständig zu werden, ihre Projekte zu registrieren, und zeigte die von ihnen beherrschten Künste. Ihre Teilnahme war ein Versuch, das tödliche Vakuum zu beseitigen, in dem sie leben. Alle ihre Kreationen wurden auf der Projektseite veröffentlicht und gab ihnen Selbstvertrauen. Daraus entstand der Gedanke in einem Event diese Arbeiten öffentlich zu präsentieren – so wurde das Festival geboren.

Welche Schwierigkeiten hatten Sie bei der Organisation des Festivals?

Haifa Ragab ist Stellvertreterin der selbst organisierten Frauengruppe und Chefin vom Verein für “Kultur palästinensischer Frauen” in München.

Jeder sollte wissen, dass wir eine Freiwilligengruppe sind, die von keiner Partei unterstützt wird. Wir führen mit unseren persönlichen Anstrengungen eine Reihe von Wettbewerben durch und der finanzielle Aspekt ist für uns das größte Problem. Das Mieten von Messehallen kostet Geld und wenn wir irgendetwas von den zuständigen Behörden benötigen, müssen wir ein akkreditierter Verein sein. Daher haben wir mit anderen Vereinen zusammengearbeitet, um die Halle zu erhalten.

Können Sie uns vom ersten „Frauen und Karriere“-Festival erzählen?

Die erste Ausstellung der Arbeit arabischer Frauen fand am 14.9.2018 in Gießen statt und wurde von mir in Zusammenarbeit mit dem Verein organisiert. Siebzehn Frauen nahmen an der Ausstellung teil und die Tische waren durch die Arbeiten kreativer Damen wie Lebensmittel; Textilien; Gemälde; Kerzen und andere kosmetische Projekte, abwechslungsreich und farbenfroh gestaltet.

Wir haben außerdem mit der Teilnehmerin Haifa Rajab gesprochen, die der Gruppe vor ca. zwei Jahren beitrat.

Frau Rajab, könnten Sie sich kurz vorstellen und erklären warum Sie in diesem Projekt mitmachen?

Mein Name ist Haifa Rajab. Zuerst dachte ich, meine Aufgabe wäre nur Hilfe bei der Organisation der Gruppe im Internet. Dann fand ich heraus, dass der reale Erfolg größer ist, als ich mir vorgestellt habe. Die moralische Unterstützung von Frauen und der Austausch von Ideen und Erfahrungen tragen viel zur Entwicklung ihrer Arbeit bei. Die Erfolgsgeschichten einiger Frauen auf der Seite inspirierten wiederum andere Frauen und geben ihnen Hoffnung auf eigenen Erfolg.

Manal Jebreen ist Gründerin und Leiterin der Gruppe “Kleine Projekte arabischer Frauen”, die das Festival organisiert.

Was ist das Ziel des Projektes?

Frauen sollen ihre Ambitionen verwirklichen. Und zwar entsprechend ihrer Qualifikation und der Grundlage der Gesetze in Deutschland. Deshalb haben wir auf der aktuellen Ausstellung in München versucht, Expertinnen aus verschiedenen Bereichen zu organisieren, vor allem zu Fragen des Marketing und des Rechts. Unser Ziel ist: „Lasst arabische Frauen auf dem deutschen Arbeitsmarkt und innerhalb der Gesetze dieses Landes ihre Träume erfüllen!“

Gibt es bereits Pläne für die Zukunft ihres Kollektivs?

Die größten Hindernisse, neben der fehlenden finanziellen Unterstützung, sind die mangelnden Kenntnisse des deutschen Vereinswesens und Unternehmerrechts. Nur mit diesem Wissen können wir dazu beitragen, den Arbeitsmarkt zu bereichern. Wenn wir die Frauen dort auf den richtigen Weg bringen, dann profitiert jeder davon. Dafür werden wir Treffen mit den Akteuren auf dem Arbeitsmarkt organisieren. Wir planen auch Schulungen für arabische Frauen für den Start in das Arbeitsleben.

Möchten Sie unseren LeserInnen noch etwas mitteilen?

Wir danken Ihrer Zeitung, dass sie über dieses Ereignis berichten. Es ist wichtig, die Aktivitäten der arabischen Frau zu beleuchten, um gegen Klischees zu arbeiten. Für viele ist das hier ein Versuch, aus einer schwierigen Realität herauszukommen, die von vielen Hindernissen heimgesucht wird. Sei es durch ihre mangelnde Kenntnis der neuen Gesetze oder durch die mangelnde Akzeptanz der anderen, vielleicht wegen des Schleiers oder der Sprachschwäche. Deshalb danken wir Ihnen für Ihr Interesse an dem, was wir in der nächsten Ausstellung tun werden, um der deutschen Gesellschaft zu zeigen, wie begeistert arabische Frauen sich für Arbeit und Erfolg einsetzen.

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