Meine Freiheit steht nicht zum Verkauf

Freiheit ist für mich das Leben. Es gibt kein Leben ohne Freiheit. Jeder strebt danach frei zu sein, denn Freiheit ist teuer und für meine Freiheit habe ich viel gelitten. Unter einigen Gesetzen und Traditionen, die mir in der Gesellschaft in Lybien als Frau auferlegt wurden, habe ich gelitten.

Das passierte zum Beispiel bei meiner Berufswahl als Journalistin. Einem Berufsfeld, in dem ich in Lybien lange Zeit die einzige Frau war. Ich bin in meiner Heimatstadt als Journalistin aktiv geworden, und ich wurde von meinen Verwandten und Nachbarn oft dafür kritisiert. Insbesondere deshalb, weil die Arbeit keine geregelten Zeiten hat und ich manchmal sehr spät nach Hause zurückkehrte.

Eine weitere Einschränkung ist, dass Frauen in einem bestimmten Alter oft zur Ehe gezwungen werden. Im Anschluss wird erwartet, dass sie dann auch eine Reihe von Kindern haben. Dieses Hindernis habe ich abgelehnt und folgte den Vorgaben nicht. Ich habe mich für meinen persönlichen Werdegang entschieden.”

Ich habe mich zwar hinterfragt, warum ich in diesen Bereich arbeite und die für Frauen „geeigneten Berufe“ verlassen habe. Denn mein eigener Weg stellte mich offensichtlich vor große Probleme und Anstrengungen. Aber mein Drang danach eine eigene, freie Entscheidung zu treffen hat all diese Einschränkungen beseitigt.

Als ich nach Deutschland kam, stellte ich fest, dass die verschleierte Frau auch hier Beschränkungen unterliegt und dass einige Parteien sie nicht akzeptieren, weil sie trotz freier Kleidungsregeln ein Kopftuch trägt. Sie sehen mir meinen Drang nach Freiheit nicht sofort an und urteilen. Doch ich trage den Hijab aus eigener Überzeugung. Und ich weiß, dass ich meine Freiheit nie verkaufen werde.

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