Migration, ein wirklich schmerzhafter Albtraum

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Dieser Text ist meine Ansprache, die ich anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni 2020, auf dem Chemnitzer Neumarkt, vorgetragen habe:

“Jedes Mal, wenn ich über Einwanderung und Einwanderung sprechen möchte, bin ich von Traurigkeit überwältigt, mein Hals schwillt an und mein Atem blockiert. Ich denke an Millionen von Menschen, die aus verschiedenen Gründen gezwungen waren, ihre Häuser zu verlassen. Menschen, die sich mit ihren Familien, Verwandten, Nachbarn, Freunden und Landsleuten, – mit denen sie aufgewachsen sind, lange Zeit zusammenlebten und von denen sie sich nun trennen müssen – aufbrechen, um auf ein unbekanntes, unklares und dunkles Schicksal zuzugehen.

Vorgestern habe ich die neuesten Einwanderungsstatistiken des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (des UNHCR) gehört, aus denen hervorgeht, dass die Zahl der weltweit Flüchtenden in diesem Jahr auf beispiellose 80 Millionen gestiegen ist. Es ist kaum vorstellbar, dass 80 Millionen Menschen aus verschiedenen Gründen gezwungen waren, ihre Häuser zu verlassen und in andere Städte und Länder vertrieben wurden.

Frau Alamy kurz vor der ihrer Rede auf dem Chemnitzer Marktplatz. Foto: Runa Richter

Es gibt viele Facetten der Probleme während der Migration. Das einstige Zuhause verwandelte sich von einem relativ sicheren Ort der Geborgenheit, nun zu einem Ort, der alle Arten von Tragödien – vom Gefängnis bis zum Tod, umfasst. Und während der Flucht drohen neue Gefahren. Verschiedene Formen der Ausbeutung, Gewalterfahrung bis zur Vergewaltigung, vom Grenzübertritt bis zum Ertrinken. Und auf der anderen Seite die zahllosen Probleme beim Ankommen: Die kulturellen Unterschiede zwischen den Herkunfts- und Zielländern, die Probleme der Sprache und der fachlichen Ausbildung, der Beschäftigung und der Identitätskrise (insbesondere bei Kindern) bedrohen immer das Leben von EinwanderInnen und AsylbewerberInnen.

Die Tatsache, dass die meisten Länder EinwanderInnen nicht die notwendigen Rechte einräumen, dass Asylsuchende dort ausgegrenzt werden und nicht die gleiche Sicherheit von Leben, Wirtschaft und Gesellschaft erfahren, ist eine eigene Tragödie, die hier nicht ausdiskutiert werden kann.

Der schmerzhafteste Teil der Migrationskrise ist, dass heute in unserer Welt leider die Ursachen der Migration kaum bekämpft werden. Hungersnot, Erdbeben, Überschwemmung, Krankheit, Krieg und dergleichen, haben meistens menschliche Ursachen, die auf Selbstsucht und Gier nach Macht zurückgehen.  Es sind die Menschen selbst, die in jeder Ecke der Welt Kriege und politische und wirtschaftliche Gewalt auslösen, um ihre Wünsche zu erfüllen. Es sind Menschen selbst, die Tausende von Menschen töten, Häuser, Dörfer und Städte zerstören.  Menschen, die eine große Anzahl von Flächen in Brand stecken und infolgedessen die Vertreibung von Millionen Menschen bewirken.

Hoffentlich werden die Menschen eines Tages überzeugter sein von dem, was sie haben und nicht von der Gier nach mehr. Es wird hoffentlich keinen Krieg für ihren Drang nach mehr Macht geben, und unsere Welt wird ohne gezwungene Einwanderung sein. Eine Welt, in der alle zusammen und mit Respekt vor dem Miteinander leben werden.  Ich bin mir sicher, dass der menschliche Wille keine Grenzen hat. 

Lassen Sie uns miteinander füreinander da sein und somit ein gutes Beispiel für den Rest der Menschen sein!”

Am Weltflüchtlingstag wählten AktivistInnen verschiedene Protestformen, um an die Schicksale der Flüchtlinge zu erinnern. Foto: Aufstehen gegen Rassismus Chemnitz

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