IBAS: Informations- und Beratungsstelle Arbeitsmarkt Sachsen

Der Weg zur Arbeit in Deutschland kann für Menschen, die ihre Berufsausbildung im Ausland erworben haben, schwierig und verwirrend sein. Wer in Sachsen wohnt und nicht weiterweiß, kann sich an die Informations- und Beratungsstelle Arbeitsmarkt Sachsen (IBAS) wenden.

IBAS ist ein Teilprojekt des Förderprogramms Integration durch Qualifizierung – IQ und damit ein Teil des bundesweiten IQ-Netzwerks. IBAS-MitarbeiterInnen beraten bei der Anerkennung von ausländischen Schul- und Hochschulabschlüssen sowie im Ausland erworbenen Berufsausbildungen. Sie helfen zudem weiterführende Qualifikationen zu vermitteln, falls die bisher erworbenen Qualifikationen nicht ausreichen.

In einer Beratung wird zunächst gefragt, was das allgemeine Ziel ist, also in welchem Bereich der/die KlientIn arbeiten möchte. Wird ein Berufswechsel angestrebt, so ist eine Anerkennung von bestehenden Abschlüssen meistens nicht notwendig. Wer im bereits erlernten Beruf tätig sein will oder wenn ein Schul- bzw. Hochschulabschluss zum Berufseinstieg genutzt werden soll, ist eine Anerkennung oftmals ratsam. Einige Berufsbereiche, wie zum Beispiel Lehramt; Medizin; Krankenpflege oder Jura darf man ohne eine Anerkennung in Deutschland nicht ausüben. Doch auch für viele andere Berufe lohnt sich eine Anerkennung, da potenzielle Arbeitgeber so besser einschätzen können, welche Qualifikationen im Ausland erworben wurden.

IBAS ist Teil des IQ Netzwerk Sachsen, diese porträtrierten bereits verschiedene Arbeitsmarktbiographien. Foto: IQ Netzwerk Sachsen

Ergibt die Beratung, dass eine Anerkennung sinnvoll ist, kann der/die KlientIn bei einer Behörde oder einer Kammer einen Antrag stellen. Wo genau ist abhängig vom Berufsfeld und wird in der Beratung geklärt. Anerkennungsverfahren dauern in der Regel einige Zeit und kosten Geld. Es gibt aber auch hierfür in bestimmten Fällen Unterstützung vom deutschen Staat, den sogenannten Anerkennungszuschuss.

Wenn im Anerkennungsverfahren eine bestehende Qualifikation nicht vollständig anerkannt wird, kann man zum Ausgleich bestimmte Kurse oder ein Praktikum machen. Dafür arbeitet IBAS mit dem Bildungsträger PROFIL zusammen. Hier können zum Beispiel in Vorbereitung auf eine Ausbildung Qualifikationen in speziellen Kursen erworben werden.

Folgende Empfehlungen gibt IBAS-Mitarbeiterin Cornelia Schmidt aus Chemnitz allen Ratsuchenden mit auf den Weg:

  1. Deutsch lernen – für Ausbildungen wird das Sprachniveau B2 empfohlen, wobei ein hohes Sprachniveau nicht unbedingt für jeden Berufsbereich notwendig, aber immer von Vorteil ist
  2. Übersetzungen – alle wichtigen Dokumente sollten von einem öffentlich bestellten und beeidigten Übersetzer übersetzt werden, darauf beruht die Anerkennung und auch Arbeitgebern hilft die Übersetzung zur Einschätzung
  3. Lebenslauf – ein guter Lebenslauf öffnet Türen und ist die Eintrittskarte in das Arbeitsleben
  4. Erfahrung – in einem Praktikum kann man nicht nur Erfahrung sammeln, sondern lernt auch schon potenzielle Arbeitgeber kennen

Jede Ausgangslage ist verschieden, weswegen sich eine individuelle Beratung immer lohnt. So kann gemeinsam mit den IBAS-ExpertInnen der persönliche Weg ins Arbeitsleben gefunden werden.

IBAS-Stellen gibt es in Chemnitz, Leipzig und Dresden.

IBAS Chemnitz
Sächsischer Flüchtlingsrat e.V.
Henriettenstr. 5
09112 Chemnitz
Tel.: 0371 / 35 60 218
ibas-chemnitz@sfrev.de

IBAS Leipzig
Georg-Schumann-Str. 173
04159 Leipzig
Tel.: 0341 / 580 88 20 20
leipzig@exis.de

IBAS Dresden
Weißeritzstr. 3 (YENIDZE)
01067 Dresden
Tel.: 0351 / 43 70 70 40
anerkennung@exis.de

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https://www.arbeitundleben.eu/projekte/detail/faire-integration-68/

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