Ein Dinosaurier kommt nach Chemnitz

Als eine Freundin sich vor einigen Wochen bei mir meldete und mich gefragt hat, ob ich Fotos von ihr in Chemnitz schießen könnte, war mir klar, dass das ein amüsanter Nachmittag werden würde. Doch wie besonders er tatsächlich vonstattengehen würde, konnte ich da noch nicht ahnen.

Eine Person in einem T-Rex Kostüm posiert neben Sonnenblumen.
Foto: Charlotte Bohley

Ihre Idee war nämlich in ein über zwei Meter großes Dinosaurierkostüm zu schlüpfen und damit von einem Bekannten in C-Town zum nächsten zu laufen. Ich hatte das große Glück sie, gemeinsam mit einer weiteren Freundin, begleiten zu können und sie in Szene setzen zu dürfen. Dabei waren vor allen Dingen die sehr unterschiedlichen Reaktionen spannend zu beobachten.

Wir starteten auf dem Brühl und gleich zu Beginn lief uns eine Gruppe Jugendlicher entgegen. Das Erstaunen in den Gesichtern über das orangene Ungetüm war groß, doch wurde übertroffen von der Neugier, der wir immer wieder begegnen sollten.

Egal, ob wir am Nischl (Karl-Marx-Kopf), am roten Turm, im versteinerten Wald oder vor dem Rathaus waren: Viele Menschen baten um ein Foto mit dem T-Rex, dieser eigentlich schon lange ausgestorbenen Art. Das Strahlen in den Augen der Kinder und Erwachsenen, die sich über diese, zugegebenermaßen doch ziemlich verrückte, Aktion freuten, brachte auch uns zum Strahlen.

Manches Mal trauten sich die Chemnitzer*innen nicht sofort uns anzusprechen. Dann blieben sie fasziniert stehen und überlegten wohl, was zu tun sei. Doch die meisten fanden den Mut und kamen so mit uns ins Gespräch. Es zeigte sich: Das Unbekannte ist oft vertrauter, als man zunächst denkt.

Einige Menschen versuchten auch gar keine Reaktion zu zeigen. Sie liefen einfach weiter und taten so, als wäre dieser Dinosaurier im Stadtbild ganz normal. Und vielleicht ist er das auch. Er ist genauso da, wie wir alle. Auch wenn er komplett anders aussieht, sogar ein bisschen bedrohlich scheint, ist er trotzdem lieb und zugewandt. Jede*r die/der sich getraut hat, auf ihn zuzugehen, hat das gemerkt.

So wurde aus diesem unterhaltsamen Nachmittag auch einer zum Nachdenken. Über das Zusammenleben in unserer Stadt und wie es funktionieren kann. Wir haben viele Menschen getroffen und ich glaube, dass sie sich alle im Grunde gefreut haben, an ihrem Tag etwas Außergewöhnliches erlebt zu haben. Lasst uns gemeinsam außergewöhnlich sein und uns über jeden kreativen Menschen freuen, der uns begegnet.

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