Kommentar: Corona ist kein Spiel

Es ist unbegreiflich, aber immer noch unterschätzen Menschen in Sachsen die Gefahr des Virus und dieser Krankheit. Solange sie nicht selbst oder enge Bekannte betroffen sind, scheinen manche davon auszugehen Covid-19 ignorieren zu können. Meine persönlichen Erfahrungen als Infizierte sagen etwas anderes.

Es gibt Menschen, die glauben dieser Virus sei ein großes politisches Spiel oder bloße Science-Fiction. Ich muss dem entschieden widersprechen. Ich war mit dem Virus infiziert und kann ihnen die Wahrheit über die Krankheit sagen. Viele Menschen leben nicht mehr, obwohl sie lange dagegen angekämpft haben. Eine Übersterblichkeit für Sachsen wurde bereits statistisch bewiesen, so sind in unserem Bundesland bis heute (Stand 13. Januar) bereits 4323 Menschen am Virus gestorben.[1] Es kann keine Ausrede sein es nicht ernst zu nehmen, weil es vor allem alte Leute trifft, da wir uns sonst von gesellschaftlicher Solidarität entfernen.

Auf dem Bild sind die Autorin Muna Ergieg und der Autor Amin während einer Redaktionskonferenz des Magazins zu beobachten.
Muna Ergieg sorgt sich darum, dass nicht alle Menschen in Sachsen die Gefahr ernst nehmen. Foto: Sazinc

Dieser Virus hat mir starke Schmerzen im Kopf und in den Knochen bereitet. Es fühlte sich an, als würden meine Knochen auseinanderreißen. Dazu hatte ich im Hals-, Nasen- und Ohrenbereich Beschwerden. Dies hat sich natürlich auch negativ auf meine Psyche ausgewirkt. Ich selbst hatte Angst um mich und davor, mich als Mutter nicht mehr um meine Familie kümmern zu können. Nach dem positiven Testergebnis habe ich mich sofort mit meinen Kindern und meinem Mann in Quarantäne begeben. Wir erhielten vom Gesundheitsamt eine Telefonnummer, bei der wir anrufen konnten, um unsere Einkäufe zu organisieren. Wir blieben zuhause und empfingen keine Gäste – das war keine leichte Zeit.

Allen Skeptikern, die Corona für Fakenews halten, möchte ich sagen: diese Krankheit ist eine Realität. Eine gegenwärtige Realität, die ich niemandem wünsche. Der Virus kann jeden treffen und ist besonders für alte Menschen gefährlich. Die Auswirkungen der zweiten Welle sind viel stärker im Vergleich zum Frühjahr 2020. Alle Schulen und viele Geschäfte mussten schließen, solch ein harten Lockdown kann sich keine Volkswirtschaft wünschen. Ich habe viele Leute beobachtet, die sich nicht an die Maßnahmen gehalten haben und keine Maske tragen. Außerdem habe ich von Familien gehört, die sich selbst oder ihre Kinder trotz Symptomen nicht testen lassen wollten. Deswegen vermute ich, dass die Zahlen gerade hier so rasant gestiegen sind. Die Impfstoffe sollten daher schneller verteilt werden, gerade an alte Menschen und medizinisches Personal.

Auf ein gesundes und besseres Jahr für uns alle, in dem wir nicht vergessen sollten, dass wir in einer Gesellschaft für alle Mitmenschen Verantwortung tragen – egal welchen Alters.


[1] Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1112709/umfrage/erkrankungs-und-todesfaelle-aufgrund-des-coronavirus-in-sachsen/

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